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Der Zuckergehalt wird
abnehmen
Matthias Wolfschmidt von Foodwatch über die Kennzeichnung von
Lebensmitteln und die Folgen für den Nährwert
Immer mehr Lebensmittelhersteller drucken auf die Verpackungen auf
den Nährwert bezogene Angaben. Ein Beitrag zu mehr
Verbraucheraufklärung?
Im Vergleich zum alten System ist es ein kleiner Fortschritt.
Erstmals wird in einem standardisierten Format gekennzeichnet, wie
viel Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß und wie viele Kalorien in dem
Produkt enthalten sind.
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In Großbritannien empfiehlt die Regierung den Herstellern die Ampel:
In Rot, Gelb und Grün werden kritische bis günstige Nährstoffgehalte
signalisiert. Was ist daran besser?
Matthias Wolfschmidt
ist Vize-Chef der Verbraucherorganisation Foodwatch. "Die
Essensretter" werben dafür, dass "Lebensmittel Farbe bekennen". Nach
Großbritannien soll die Ampel auf der Packung auch in Deutschland
Lebensmittel günstige oder ungünstige Salz-, Zucker- und Fettgehalte
klar aufzeigen.
Besser ist, dass der Verbraucher die wesentlichen Ernährungsangaben
direkt zuordnen kann. Man kann sehen, dass zum Beispiel Corn Flakes
mit vier oder fünf Prozent Zucker mit Grün gekennzeichnet sind und
bei einem anderen Produkt, das etwa auch Schokolade enthält, ein
rotes Zeichen steht, weil es wesentlich mehr Zucker enthält. Der
Verbraucher wird sensibilisiert dafür, welches Produkt man kauft.
Können denn nicht auch rote Produkte gesund sein, etwa weil sie
viele Ballaststoffe enthalten?
Es wird über kurz oder lang zu Rezepturen kommen, die viele
Ballaststoffe enthalten, aber wenig Zucker. Das ist wie bei der
Einführung der Energieeffizienzklassen bei Elektrogeräten.
Sie sagen also voraus, dass die Hersteller künftig stärker auf die
Zusammensetzung der Lebensmittel achten werden?
Ja. Die Energiedichte der Produkte wird abnehmen, der Zuckergehalt
auch, vor allem in Lebensmitteln, die für Kinder gedacht sind.
Ist der Vorstoß freiwillig oder steckt eine Strategie dahinter?
Das ist eine Vorwärtsverteidigungsstrategie, auf die man sich Ende
vorigen Jahres europaweit verständigt hat, um ein System wie die
Ampel zu verhindern.
Interview: Stephan Börnecke www.fr-online.de
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