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Zu fett, zu süß, zu faul Mindelheim l jsto l Zu fettes Essen, zu viel Zucker, überhaupt zu viel von allem, dafür aber viel zu wenig Bewegung - dieser moderne Lebensstil fordert unerbittlich seinen Preis. Das Risiko, eine schwerwiegende Krankheit wie Diabetes erleiden zu müssen, nimmt bei fettleibigen Menschen drastisch zu. Belastet werden durch diese Kombination aus falscher Ernährung und Bewegungsarmut aber auch die Gesundheitskassen. Allein in Deutschland summiert sich das auf 70 Milliarden Euro pro Jahr. Vor diesem Hintergrund hat der Ärztliche Kreisverband Memmingen-Mindelheim im Mindelheimer Forum die Präventionskampagne "Bayern bewegt sich" gestartet, die im ganzen Freistaat laufen wird. Mehr als 150 Interessierte waren am Freitagabend gekommen, was der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes, Dr. Max Kaplan, vor allem auch deshalb als besonders eindrucksvoll beschrieb, als nahezu zeitgleich die publikumsträchtige Fußballpartie des TSV Mindelheim gegen den Pokalsieger 1. FC Nürnberg stattfand. Drei Mediziner haben teils in drastischen Bildern und Worten die Misere beschrieben, aber auch Wege aufgezeigt, was zu tun ist. Zunächst gab die Mindelheimer Fachärztin für Innere Medizin, Dr. Inge Borowitz, Tipps zu richtiger Ernährung. Bewegung allein sei zu wenig, gute Ernährung allein ebenso, so ihre Botschaft. "Wir schieben dauernd etwas in uns rein, und dann meist Fast Food". Unsere Vorfahren hätten hingegen vor allem Obst und Gemüse gegessen. Ihnen sollten wir es gleich tun, empfahl Borowitz. Langsam essen, gut kauen, ein bis zwei Gläser Wasser zu den Mahlzeiten trinken, Kalorien meiden - darauf sollte jeder achten. Fünf Portionen ab Tag sollten aus Obst und Gemüse bestehen, dazu drei Hauptmahlzeiten am Tag, wobei fettarmes Fleisch und Fisch zwei- bis dreimal pro Woche auf den Teller kommen sollten. Bei Alkohol und zuckerhaltigen Softdrinks wie Cola, Limo oder Eistees empfahl sie besondere Vorsicht. Beim Einkaufen sollte man auf die Inhaltsstoffe achten. Allein eine Tüte Chips enthalte ein dreiviertel Glas reines Öl. Dr. Eberhard Liss, Facharzt für Orthopädie, Akupunktur und Chirotherapie in Mindelheim, plädierte nachdrücklich für mehr Bewegung. "Der Minimalgebrauch der Muskulatur ist genauso schädlich wie Zigaretten". Die Deutschen beschrieb er als bequemes Volk. Nur zehn Prozent gingen regelmäßig einem Sport nach. Das fange bei einer Überbehütetheit in der Kindheit an. Einer Mutter, die ihr drei- bis vierjähriges Kind kürzlich in der Stadt getragen hat, sagte er: "Soll Ihr Kind erst bei der Einschulung Bodenkontakt erhalten?" Egal in welchem Alter man mit Sport beginne - in jedem Fall habe dies eine gesundheitsfördernde Wrikung, sagte Liss. Nach einer atemberaubenden Einlage einer Hip-Hop-Gruppe mit Breakdance aus Mindelheim, die viel Beifall erhielt, sprach der Vorstand der Medizinischen Universitätsklinik III Wien, Prof. Walter Hörl, über die segensreichen Folgen richtiger Ernährung und von Bewegung für Herz-Kreislauferkrankungen. Hörl, aufgewachsen in Pfaffenhausen, machte deutlich, dass sich die Summe von Risikofaktoren hochschaukle. Dabei sei das Rauchen aufzuhören gegenüber Abnehmen noch vergleichsweise einfach. Wer jeden Tag sein Bier trinkt, bringe nur ein Kilogramm von seinem Gewicht herunter, wenn er darauf einen Monat lang verzichtet. Im amüsanten Plauderton umriss Hörl das Grundproblem: "Wenn Körpergewicht und Körpergröße nicht zusammenpassen, gibt es zwei Möglichkeiten: Abnehmen oder Wachsen". Die dauerhafte Motivation sei das Schwierige. Er empfahl Ausdauersportarten wie Schwimmen in Verbindung mit bewusstem und maßvollem Essen. http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Mindelheim/Uebersicht/Artikel,Zu-fett,-zu-s%FC%DF,-zu-faul_arid,991862_regid,2_puid,2_pageid,4501.html
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